Projekte
Forschungsprojekte und Dateninitiativen
ACGO führt Forschungs- und Datenprojekte durch, die sich mit zentralen Fragen internationaler Sicherheit, Rüstungskontrolle und globaler Ordnung beschäftigen. Im Mittelpunkt stehen empirische Datensätze, systematische Analysen internationaler Verhandlungsprozesse sowie die Entwicklung analytischer Instrumente zur besseren Erfassung staatlicher Positionen und strategischer Dynamiken.
Die Projekte verbinden wissenschaftliche Grundlagenforschung mit praxisrelevanter Analyse für politische Entscheidungsprozesse.
Laufende Projekte
Klassifikator-Projekt: Analyse staatlicher Positionen in internationalen Verhandlungsforen
Das Projekt entwickelt ein systematisches Klassifikations- und Datenerfassungssystem für Statements von Staatenvertretern in internationalen Verhandlungsforen.
Ziel ist es, nationale Positionen zu erheben, zu systematisieren und auszuwerten, um Verhandlungsdynamiken für Wissenschaftler:innen und Entscheidungsträger:innen besser nachvollziehbar machen zu können.
Die erhobenen Daten werden in einem strukturierten Datensatz zusammengeführt und zur weiteren Nutzung aufbereitet.
ACGO GGE on LAWS Stance Interface
Defence Budget Components Dataset (DeBuC): Globaler Datensatz zu disaggregierten Militär- und Verteidigungsausgaben
Das Projekt zielt auf den Aufbau eines globalen, vergleichenden und aktualisierbaren Datensatzes zu disaggregierten staatlichen Militär- und Verteidigungsausgaben. Anders als bestehende Datensätze, die v.a. aggregierte Gesamtausgaben erfassen, richtet DeBuC den Fokus auf die systematische Erhebung, Reklassifikation, Dokumentation und vergleichende Auswertung einzelner Haushaltsposten nationaler Verteidigungs- und Militärhaushalte.
Im Zentrum steht damit die Frage, wie staatliche Verteidigungsausgaben intern strukturiert sind, welche Prioritäten Regierungen innerhalb ihrer Militärhaushalte setzen und wie sich diese Prioritäten über Zeit und zwischen Staaten hinweg entwickeln und belastbar vergleichen lassen. Das Projekt reagiert auf ein zentrales Defizit der bisherigen Forschung: Während Gesamtausgaben einen ersten Überblick über militärische Ressourcen geben, erlauben sie nur begrenzte Aussagen über konkrete Ausgabenprofile, Beschaffungsprioritäten, Forschungs- und Entwicklungsanteile, Personalstrukturen oder investive Schwerpunktsetzungen.
DeBuC verfolgt das Ziel, einen State-of-the-Art-Datensatz bereitzustellen, der tiefere wissenschaftliche Analysen von Verteidigungsplanung, Ausgabenstrukturen und sicherheitspolitischen Prioritätensetzungen ermöglicht. Zugleich soll die Datengrundlage so konzipiert werden, dass sie langfristig fortgeschrieben, methodisch transparent dokumentiert und für vergleichende Forschung systematisch nutzbar gemacht werden kann.
Das Projekt ist auf langfristige Entwicklung angelegt und versteht sich als Beitrag zur empirisch fundierten Analyse militärischer Kapazitäten, staatlicher Prioritätensetzung und globaler Rüstungsdynamiken.
ACGO DeBuC Explorer
Strategische Verwundbarkeit und sicherheitspolitische Anpassung
Das Projekt untersucht, wie materielle und ökologische Ressourcenverwundbarkeiten in staatliche Sicherheitspolitik übersetzt werden. Obwohl die geopolitische Bedeutung kritischer Ressourcen, Lieferketten, ökologischer Veränderungen und strategischer Engpässe in der Literatur gut bearbeitet ist, fehlt bislang ein systematischer Ansatz zur Erklärung der Bedingungen, unter denen solche Verwundbarkeiten tatsächlich messbare Veränderungen in der Außen- und Sicherheitspolitik hervorrufen.
Das Projekt entwickelt einen analytischen Rahmen, um zu erklären, wann und wie Staaten auf strategische Verwundbarkeiten mit Veränderungen ihrer Handelspolitik, Sicherheitskooperation, militärischen Ausrichtung und strategischen Planung reagieren. Der empirische Kern des Projektes liegt in der systematischen Erhebung, Systematisierung und Auswertung von Primärdaten aus unterschiedlichen Sektoren und Regionen.
Dazu gehört insbesondere der Aufbau eines neuen Datensatzes zu Mustern materieller und ökologischer Verwundbarkeit, den damit verbundenen Bedrohungswahrnehmungen sowie beobachtbaren Formen sicherheitspolitischer Reaktion (Resource Vulnerability Index). Der Datensatz wird kuratiert, dokumentiert und als empirische Ressource für die Forschung zu Sicherheit, Verwundbarkeit und strategischer Konkurrenz zur Verfügung gestellt.
Durch die Verbindung von strukturierter Vergleichsanalyse, Datensatzentwicklung und Mixed-Methods-Auswertung verknüpft das Projekt breite empirische Kartierung mit vertiefender Fallstudienforschung. Auf diese Weise zielt es darauf, sowohl eine belastbare empirische Grundlage als auch einen theoretisch verallgemeinerbaren Beitrag zur Forschung über internationale Sicherheit, strategische Konkurrenz und die politischen Folgen von Verwundbarkeit zu schaffen.
Weitere Projekte
Weitere Forschungs- und Datenprojekte werden fortlaufend entwickelt und auf dieser Seite ergänzt.





